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Telemonitoring: Eine immer noch unterschätzte Chance

In Zukunft kann das Telemonitoring bei der Versorgung von Chronikern eine zentrale Rolle spielen. Aber noch immer wird die Entwicklung gehemmt. Wie kann das Potenzial des Telemonitoring flächendeckend in die Praxis kommen?

Patientinnen und Patienten, die von Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Diabetes mellitus betroffen sind, kennen das Problem: Immer und immer wieder müssen Messwerte erfasst werden. Regelmäßige Arztbesuche sind dabei unverzichtbar, damit die Therapie gut gesteuert werden kann. Doch was passiert, wenn zwischen zwei Arztbesuchen eine rapide Verschlechterung der erfassten Vitalparameter eintritt?

Hier kommt Telemonitoring ins Spiel. Telemonitoring ist der Versuch, die Reaktionszeiten zu verkürzen, indem Messwerte kontinuierlich zum behandelnden Arzt oder zur behandelnden Ärztin übermittelt werden. Teilweise geschieht das sogar in Echtzeit. Die Videosprechstunde ergänzt hierbei die Kommunikation, insbesondere wenn aufgrund der übertragenen Messwerte eine Anpassung der Therapie sinnvoll erscheint. So ist nicht zuletzt eine engmaschigere Betreuung möglich. Technisch ist das alles längst möglich, doch in der Praxis konnte sich die Fernüberwachung der Vitalparameter noch nicht richtig durchsetzen.

Dabei kann die Versorgungsqualität durch Telemonitoring erheblich gesteigert werden, wie beispielsweise eine Auswertung des telemedizinischen Programms „Curaplan Herz Plus“ zeigt. Bei rund 9.500 Patientinnen und Patienten konnte hier eine um ein Drittel gesenkte Sterblichkeit nachgewiesen werden. Auch kostspielige Krankenhauseinweisungen können durch Telemonitoring oftmals verhindert werden.

Diese Vorteile haben auch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) überzeugt. Ende 2020 hat das höchste Beschlussgremium der Selbstverwaltung die Anwendung des Telemonitoring auch außerhalb von Modellprojekten möglich gemacht. Allerdings gilt das nur für Herzinsuffizienz-Patienten. Und selbst hier lauern viele Tücken. So ist eine Beobachtung rund um die Uhr in der kassenärztlichen Regelversorgung nicht vorgesehen. Telemonitoring findet demnach nur werktags statt.

Verbesserungspotenzial sieht in Sachen Telemonitoring auch die Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed). Ein lesenswertes Positionspapier des Verbands zum Telemonitoring schildert wesentliche Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Bereichs, darunter auch die folgenden Punkte:

  • Alle relevanten Indikationsbereiche müssen in das kassenärztliche Telemonitoring aufgenommen werden. Die Fernbehandlung von Herzinsuffizienz-Patienten ist gut, Patientinnen und Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen dürfen aber nicht durch das Raster fallen.
  • Die Lücke zwischen dem medizinisch sinnvollen und dem derzeit erlaubten Einsatz des Telemonitoring muss so bald wie möglich geschlossen werden. Damit technische Innovationen schneller in die Praxis kommen, sollten Zulassungsverfahren für Methoden und Werkzeuge der Fernbehandlung besser organisiert werden.
  • Telemonitoring wird sich nur dann flächendeckend durchsetzen, wenn Ärztinnen und Ärzte für Ihre Teilnahme eine faire Vergütung erhalten, die Anreize schafft. Die Struktur der Vergütung ist deshalb ebenfalls eine Baustelle.

Bei arztkonsultation.de sind wir davon überzeugt, dass eine deutliche Ausweitung des Telemonitoring die Gesundheitsversorgung insbesondere für chronisch Kranke spürbar verbessern kann. Gerne unterstützen wir innovative Angebote mit unserer Videosprechstunde, denn bei dem Telemonitoring handelt es sich nach wie vor um eine unterschätzte Chance!

20. Aug. 2021

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