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Wie umweltfreundlich ist die Videosprechstunde?

Wer online in die Praxis geht, verbraucht dabei zwar Strom, aber kein Benzin. Die Videosprechstunde hat damit auch einen ökologischen Aspekt. Wie groß ist der Vorteil für die Umwelt?

Ein klassischer Arztbesuch beginnt mit einer Anfahrt. Wo die Infrastruktur es zulässt, sind Bus und Bahn hier die umweltfreundlichste Alternative. Gerade auf dem Land bleibt das Auto allerdings oft die einzige Option für den Weg in die Praxis. Hier sind es auch schnell 10 oder 20 Kilometer, die für eine einfache Fahrt benötigt werden. Einige Minuten Fahrtzeit zum nächsten Hausarzt oder zur nächsten Hausärztin sind in weiten Teilen Deutschlands keine Seltenheit. Falls ein Spezialist aufgesucht werden muss, liegt die Entfernung oft noch weit darüber.

Was diese Wegstrecken für die Umwelt bedeuten, zeigt eine britische Studie, die im Februar 2021 im Journal The Lancet veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass rund fünf Prozent der Treibhausgasemissionen des britischen Gesundheitssystems durch die Anfahrt von Patientinnen und Patienten zustandekommen. Dennoch hat der Praxisbesuch vor Ort gegenüber der Videosprechstunde einen Vorteil: Wenn die Fahrt erst einmal geschafft ist, ändert die Dauer des Termins nichts am ökologischen Fußabdruck. Das ist bei der Videosprechstunde anders. Hier trägt jede Gesprächsminute dazu bei, dass mehr Strom verbraucht wird.

Der genaue Stromverbrauch der Videosprechstunde hängt von vielen Faktoren ab. Einer ist die Art der Internetverbindung. Moderne Glasfaserkabel und Glasfaser und WLAN-Router benötigen weniger Strom als beispielsweise eine Datenverbindung über das Mobilfunknetz. Wer sich per WLAN in ein Glasfasernetz einwählt, verbraucht nur ungefähr zwei Gramm Kohlendioxid pro Stunde. Eine Verbindung über das mobile 3G-Netz benötigt im Gegensatz dazu stündlich ganze 90 Gramm Kohlendioxid. Eine zeitgemäße Ausstattung kann also helfen, die Umweltbelastung der Videosprechstunde zu verringern.

Ein anderer Faktor ist die Bildqualität. Eine optimale Auflösung bedeutet wesentlich mehr Datenverkehr und daher letztlich auch mehr Energiebedarf. Allerdings kann bei diesem Punkt kaum gespart werden, denn eine gute Bildqualität ist insbesondere bei den medizinischen Anwendungen der Videosprechstunde unerlässlich.

Wie umweltfreundlich die Videosprechstunde ist, hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich lohnt sich die Videosprechstunde gegenüber dem Praxisbesuch aber schon ab wenigen Kilometern Anfahrt. Das gilt in jedem Fall dann, wenn die Fahrt per Auto stattfinden würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie aus dem Jahr 2014. Die Studie weist außerdem darauf hin, dass die Videosprechstunde je nach Anwendungsfall 40- bis 70-mal umweltfreundlicher ist als ein Arztbesuch vor Ort.

In jedem Fall profitiert die Umwelt also von der Telemedizin. Wirklich nachhaltig und umweltfreundlich wird die Videosprechstunde, wenn der dabei eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Dann ist die Videosprechstunde sogar CO2-neutral.

09. Sept. 2021

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