TMVZ – eine Chance für die hybride Versorgung

Februar 28, 2022
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Redaktion

Das Konzept der Telemedizinischen Versorgungszentren (TMVZ) ist ein potenzieller Problemlöser, meint unser Geschäftsführer Dr. Peter Zeggel. Allerdings darf das TMVZ nicht als Gegenentwurf zur Versorgung vor Ort gesehen werden. Stattdessen kann es sich um einen Beitrag zur hybriden Versorgung handeln. Lesen Sie hier seine Meinung.

Unterversorgte Regionen leiden schon seit Jahren an mangelnden Gesundheitsangeboten. Auch bei uns in und um Schwerin kennen wir diese Situation. Der Mangel wird leider weiter zunehmen, denn eine Lösung ist nicht in Sicht. Schon deshalb braucht es neue Konzepte – wie das in einem Positionspapier des Spitzenverbands digitale Gesundheitsversorgung vorgeschlagene TMVZ.

Die Zukunft der Gesundheit ist hybrid

Rein digitale Ansätze helfen nur begrenzt. Wenn im Zweifelsfall keine persönliche Behandlung möglich ist, können digitale Angebote in vielen Bereichen nur punktuell wirken. Die analoge und die digitale Versorgung gehen also Hand in Hand. Deshalb wäre es vermessen zu meinen, die Zukunft der Gesundheit wäre nur digital. Stattdessen muss es heißen, die Zukunft der Gesundheit ist hybrid!

Bezogen auf TMVZ bedeutet das, es darf keine Parallelstruktur zur ambulanten Versorgung entstehen. Hybrid ist die Versorgung dann, wenn digitale und analoge Angebote nahtlos ineinander übergehen. Ärztinnen und Ärzte, die digital erreichbar sind, sollten also auch vor Ort erreichbar sein. Wer eine Praxis betreibt sollte auch telemedizinische Leistungen anbieten.

TMVZ und hybride Versorgung selbst umsetzen

Nur durch die Verknüpfung zwischen analogen und digitalen Angeboten wird sichergestellt, dass digitale Ansätze keine Bedrohung für die Ärzteschaft darstellen, sondern eine Chance. Schon jetzt haben Leistungserbringer die Wahl, einen Teil ihrer Leistungen digital anzubieten. Eine hybride Versorgungsstruktur sollte diese Möglichkeit stärken und attraktiver machen. Wünschenswert wäre, dass Ärztinnen und Ärzte das TMVZ selbst umsetzen, anstatt dies reinen Online-Anbietern zu überlassen.

Die Nachfrage dafür ist in jedem Fall gegeben. Auf Patientenseite ist das Interesse an einer hybriden Versorgung groß. Einerseits wird der digitale Draht in die Praxis geschätzt, gleichzeitig bevorzugen Patientinnen und Patienten allerdings auch im digitalen Kontakt diejenigen Ärztinnen und Ärzte, die alternativ in ihrer Praxis erreichbar sind.

Zwei Voraussetzungen für die hybride Versorgung

Da das Interesse unter Patientinnen und Patienten gut belegt ist, wird eine hybride Versorgung wohl nicht an der Akzeptanz scheitern. Aber es braucht mehr als das. Erstens muss Interesse in der Mitte der Ärzteschaft existieren. Nur wenn Ärztinnen und Ärzte sich für das Modell öffnen, hat die hybride Versorgung eine echte Chance. Das ist im Ansatz schon heute möglich durch eine intensive Inanspruchnahme digitaler Versorgungsoptionen. Zweitens braucht es einen rechtlichen Rahmen, der die hybride Versorgung besser ermöglicht und fördert. Genau hier wird das Konzept TMVZ spannend. Es eröffnet Möglichkeiten für telemedizinische Tätigkeiten jenseits der künstlichen Beschränkung der Videosprechstunde auf 30 Prozent aller Fälle. Ärztinnen und Ärztinnen könnten parallel zum regulären Praxisbetrieb gemeinsam eigene TMVZ eröffnen und Leistungen somit gleichermaßen digital und analog anbieten.

TMVZ könnten also den Handlungsspielraum für Ärztinnen und Ärzte entscheidend erweitern. Damit wären TMVZ ein guter Schritt in Richtung einer hybriden Gesundheitsversorgung, wie sie insbesondere Patientinnen und Patienten in unterversorgten Regionen benötigen. Ich bin sicher, es muss neue Versorgungsformen geben. Das TMVZ ist dafür ein spannender Kandidat.

28. Feb. 2022

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